Schreckensgespenst Islam

Der Islam als das grosse Schreckensgespenst, gibt es DEN Islam überhaupt? Nein, der Islam ist wie das Judentum und Christentum ein Sammelsurium diverser, sich zum Teil erbittert bekämpfender Fraktionen. Der Koran in weiten Teilen von der Tora übernommen, gleicht sich in vielen Teilen, oder ist gar praktisch identisch. Ein Beispiel, weder ein strenggläubiger Jude noch ein Muslim, würden einer Frau die Hand geben, sie könnte unrein sein. Wo sie sich unterscheiden, ist bei den muslimischen Hadithen. Hier findet der Zeitgeist seinen Niederschlag und der ist zurzeit weder konstruktiv und schon gar nicht liberal. Vieles nicht zu tolerierende, wie die Gewalt gegenüber Frauen, die in den Augen strengreligiöser, nicht sittsam genug gekleidet sind, finden im Islam ihren Niederschlag, genauso bei ultraorthodoxen Juden, beispielsweise in Me’a Sche’arim. Der Autor Alexander Kissler schrieb in seinem Buch „Keine Toleranz den Intoleranten“ der Islam sei eine Männerreligion, sind das Judentum und Christentum keine Männerreligionen? Alle grossen Religionen sind Männerreligionen. Ich möchte diese Vergleiche der Religionen, nicht weiter führen, sondern hinüberlenken zu der Grundsatzfrage, warum der Islam in Europa derart Probleme bereitet.
Die Schwierigkeiten, die wir in Europa mit Teilen der Islamgläubigen haben, sind mehrheitlich von uns selber verursacht. Etablierte sich in Europa über die Letzten zweihundert Jahren eine Wertegesellschaft, die sich an der Freiheit, der Selbstbestimmung und der Toleranz des Einzelnen ob Frau oder Mann orientierte, orientieren sich gläubige an den Vorgaben eines imaginären Gottes. Die offene und liberale Denkweise in Europa fand ihren Anfang in der Aufklärung, beginnend mit der Glorious Revolte 1688, die Aufhebung des Edikts von Nantes 1598, der französischen Revolution die uns vom Diktat der Kirche befreite, Männern wie Immanuel Kant, Lessing und weiteren wichtiger Namen unterstützten diese Entwicklung. Nicht zu vergessen die Frauen, die sich über Jahrzehnte ihre Rechte und Freiheiten erkämpften. Die verstärkte Säkularisierung half, das Erreichte zu bewahren. Diese Freiheiten gilt es zu verteidigen, wenn ich schreibe zu verteidigen, meine ich das auch so, wenn notwendig mit allen Mitteln. Das erreichte dürfen wir uns nicht zerstören lassen, weder durch falsch verstandene Toleranz oder irgendwelche religiösen Spinner, die glauben, im Namen irgendeines imaginären Gottes, zu handeln. Der Kampf findet nicht in erster Linie zwischen den Religionen, sondern, zwischen unserer liberaler Denkweise und der Freiheit des Einzelnen statt und der dunkler menschenverachtender Ideologien strengreligiösen. Der Ausspruch der deutschen Kanzlerin Merkel zu der gefühlten Bedrohung der Bürger durch den Islam war gelinde ausgedrückt, dumm und blöd und Bürger verachtend. Vollmundig erteilte sie den Ratschlag, Furcht sei ein schlechter Ratgeber,  die Bürger müssten wieder vermehrt die Kirchen aufsuchen, den Mut zu haben, sich als Christen zu bekennen, bibelfest zu werden, um den Koranfesten, mit christlichen Bibelsprüchen begegnen zu können. Einen solchen Ratschlag zu erteilen, ist gelinde ausgedrückt, eine bodenlose Frechheit. Kein Wort von der Verteidigung unserer gelebten Werten. Frau Merkel hat offensichtlich nicht begriffen, dass es nicht um einen Kampf zwischen Islam und Christentum geht, sondern um den Kampf freiheitlicher liberaler Werte. Nicht das Christentum muss hier verteidigt werden, sondern die freiheitliche Ordnung. Wenn Sprüche, wie die von Frau Merkel alles ist, das wir den radikalen Spinnern entgegenzusetzen haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie sich als Herr im Hause fühlen. Wir müssen nicht darüber diskutieren ob Mädchen auch am Schulsport oder Schwimmunterricht teilnehmen dürfen oder sollten, wenn, wie in Deutschland, in vereinzelten Kitas keine selbst gebackene Kuchen mehr aufgetischt werden dürfen, weil bei den Zutaten vielleicht Schweinschmalz verwendet wurde. Wenn wir Mädchen und Frauen anhalten sich „züchtig“ zu kleiden, um nicht diese Kulturfossilen zu provozieren, müssen wir uns nicht wundern, wenn Scharia Gerichte sich etablieren, Schulen von radikalen Islamisten unterwandert werden wie in England, wie in Deutschland sich eine Schariapolizei erdreisst Menschen auf der Strasse zu massregeln, wenn sie sich nicht religionsgemäss verhalten. Wir müssen in aller Härte und Konsequenz unser Kulturverständnis, ohne Wenn und Aber, durchsetzen. Das gilt auch für Homeschooling oder das Zulassen von Religionsschulen, das darf dürfen Thema sein, dies hat für alle Religionen zu gelten, die Schule hat Wissen zu vermitteln und nicht Glaube. Wenn wir darüber diskutieren, ob wir eine Burka oder Nikab tolerieren müssen, Zwangsverheiratungen, Bigamie oder gar Genitalverstümmelung, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir nicht ernst genommen werden. Dabei ist es so einfach, wir haben eine rechtsstaatliche Ordnung, eine gelebte Kultur, die gilt es, zu verteidigen. Wer mit einer Frau nicht auf Augenhöhe diskutieren kann, hat hier nichts verloren. Wer nicht mit unseren Werten leben kann, der hat die Freiheit in Ruhe seine Wahre zu packen und dahin zurückzukehren, wo er herkam. Wir brauchen über all diese Dinge nicht zu diskutieren, wir müssen sie durchsetzen.
Was mich bei diesen Themen sehr erstaunt, ist das Verhalten der Linke, wer, wenn nicht die Linke müssten die erkämpften Frauenrechte mit allen Mitteln verteidigen, waren sie es doch einmal zu Recht, die sich für eine säkulare freiheitliche Ordnung einsetzte und auf ihre Fahnen schrieben, dafür kämpften, um den Frauen mehr Rechte und Freiheiten zu verhelfen. Was ist von diesem Kampf geblieben? Eigentlich nichts, ausser das Gegenteil. Heute befassen sie sich mit der Willkommenskultur von Menschen aus dem arabischen- und afrikanischen Raum. Männer herzlich zu begrüssen die für Frauen nur Verachtung übrig haben, kann doch nicht deren Ernst sein. Unsere Frauen werden verraten und ihre über Jahrzehnte erkämpften Rechte, in den Mülleimer geschmissen. Hilfe für Menschen in der Not, müssen wir wirklich allen helfen? Auch Gotteskriegern, die uns ihre abstrusen Ideen aufzwingen wollen, Männer die es gewohnt sind ihre Frauen schlechter als Vieh zu behandeln, genital zu verstümmeln oder zu steinigen? Verdienen solche Männer unsere Hilfe? Wohl kaum. Diese guten Menschen hätten die Pflicht die Freiheit zu verteidigen, aber nein, sie  führen lieber den Kampf um Political Correctness. Wie weit wir es mit der Political Correctness, gebracht haben, können wir beispielsweise daran messen, dass Polizisten sich kaum noch trauen, schwarzafrikanische Dealer oder Diebe zu verhaften, die Gefahr ist zu gross, sich damit dem Rassismus Vorwurf aussetzen.
Leider hat diese Korrektheit eine Fortsetzung, die nennt sich Zensur. Religiöse Gefühle durch Witze oder Karikaturen werden immer mehr zu einem no go. Hier droht die Keule des Tatbestandes der Verletzung des Antirassismustatbestandes. Nur, meine Frage, wie anders ist Religiosität zu ertragen, wenn nicht über das Mittel des Witzes oder der Karikatur? Zensur ist Gift für eine offene und freie Gesellschaft. Wer glaubt Dummheit mit dem Mittel der Zensur ausmerzen zu können, der Irrt. Mich selber nerven die abartigen Plakate der Agentur C, aber es käme mir nie in den Sinn, mich für ein Verbot starkzumachen.
Verletzte Gefühle, jeder kann in seinen Gefühlen verletzt werden, aber das ist kein Grund nach der Zensur zu rufen. Stellt euch vor, der Veganer fühlt sich von der Fleischwerbung verletzt, der prüde von der Nacktheit, oder der Nüchterne beim Betrachten eines Betrunkenen. Wir dürfen auf keinen Fall, uns im voraneilenden Gehorsam, selber die Fesseln der Zensur anlegen, nur weil sich ein paar Religiöse in ihren Gefühlen verletzt fühlen könnten. Jeder, jede soll sich kleiden dürfen, wie es gefällt, sich tätowieren, piercen, die Haare wie auch immer färben lassen, wem es nicht passt, der schaut zur Seite, diese Freiheit sei uns gegönnt. Eine Ausnahme gibt es allerdings, sich das Gesicht zu verhüllen, das ist nicht tolerierbar, jeder hat das Recht seinem Gegenüber in sein Gesicht schauen zu dürfen, das ist selbst bei den anderen Tieren eine Selbstverständlichkeit.
Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz! Wer sich gegenüber Intoleranten tolerant verhält, der schadet dem Schwächeren und macht sich bei dessen Unterdrückung mitschuldig. Wer mit diesem, unserem Wertesystem nicht klarkommt, hat hier nichts zu suchen. Hören wir auf, es allen Recht machen zu wollen, egal wie sehr wir uns anstrengen, es wird uns nie gelingen.