Fluchtziel das Paradies Europa

ISBN 9783743141391 nur als E-Book erhältlich € 0.99

Es ist still geworden um die Fähnchen schwingenden «Refuges welcome» rufenden Frauen und Männer. In ganz Europa ist die Ernüchterung eingekehrt, in ganz Europa? Nein! Aus Templin im Landkreis Uckermark kommt eine Frau, die sich als die mächtigste der Welt bezeichnet. Sie hält unbeirrt daran fest, dass der Entscheid, das Abkommen Dublin III und das damit verbundene EU-Recht zu brechen, richtig war. Sie hält trotz allen Anfeindungen daran fest, dass es richtig war, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen und sie unkontrolliert einreisen zu lassen. Ob ihre Macht reicht, um die in ihrem evangelischen Elternhaus aufgesogenen humanistischen Ideen umzusetzen und die Tore Europas für alle Entrechteten und Verfolgten zu öffnen? Ist es möglich, dass ihre vermeintliche Machtfülle ihr den Boden der Realität entzogen und sie in die Sphäre der Verblendung und Wunschträume entführt hat?
Alleine in der Subsahara kommen jeden Tag etwa 140'000 Kinder zur Welt, netto wohlverstanden, die Mortalität ist da bereits berücksichtigt. In Worten hundertvierzigtausend, die Meisten von ihnen ohne Zukunftsperspektive, ohne Chance auf ein Leben in Würde und Sicherheit. Auch ohne diese Neugeborenen warten duzende Millionen von Menschen Afrikas auf die Chance eines besseren Lebens. Eines Lebens beispielsweise in dem doch so reichen Europa? Glaubt die Frau aus der Uckermark wirklich, dass sie all diesen Perspektivlosen eine Heimat geben kann? Glaubt sie, dass sie das schafft, was Hunderte von Milliarden an Euro, Dollar und Franken an Entwicklungshilfe in über fünfzig Jahren nicht geschafft haben, all diesen Menschen eine Zukunft mit genügend Essen, sauberem Wasser und einer Perspektive geben zu können?
In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts warnte der Club of Rome eindrücklich in ihrem Papier «Grenzen des Wachstums» von den Folgen einer ungezügelten Vermehrung und dem daraus resultierenden Ressourcenverbrauch. Kaum jemand hat sich für dieses Papier interessiert. Nun zahlen wir den Preis für unserere Unvernunft und Ignoranz. Wer glaubt, die Katastrophe dieser ungezügelten Vermehrung liesse sich nun in einer verträglichen Art stoppen, der kann genauso glauben, aus Blei Gold machen zu können. Es ist zu spät für die Humanität. Die Frage lautet, wie können wir uns und unsere Kinder vor dieser durch menschliche Ignoranz verursachten Katastrophe schützen? Zu lange haben wir uns verhalten, wie einer, dessen Badewanne überläuft und der immerzu nur nach neuen Kübeln schreit, um das überlaufende Wasser aufzuschöpfen. Der in seiner Unvernunft nicht auf die Idee kommt, das Naheliegendste zu tun, einfach den Wasserhahn zu schliessen. Für die Milliarden an zu vielen Menschen, die diese Erde bevölkern, jetzt noch eine humanitäre Lösung zu finden, dafür ist es längst zu spät. Egel, was wir anstellen, die Ressourcen können nicht für alle reichen, wir verbrauchen heute schon mehr als anderthalb Erden. Weitere, noch erbarmungslosere Kriege um Nahrung, Wasser, Treibstoff und alles, was wir sonst noch zum Leben brauchen, werden die Folge sein.
Bei dieser Ausgangslage ist Europa gefordert, eine vernunftorientierte Asylpolitik an die Hand zu nehmen, nicht Morgen oder später, nein – sofort und ohne Kompromisse. Sie muss sich aufraffen, um gemeinsam ihre Aussengrenzen zu schützen. Dieser Schutz darf zu keiner Alibiübung werden, er muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchgesetzt werden.